Zum Projekt

Im "Insider" – der digitalen Unternehmenszeitung der Chance GmbH - wurde im August 2009 informiert, dass neben den geförderten Maßnahmen ein neues Projekt in der Planung ist. Es handelt sich um ein Bauteillager, in dem gebrauchte Bauteile gesammelt, aufbereitet und verkauft werden. Das Bauteilsortiment reicht von Fenstern und Türen über Elemente des Innenausbaus und der Haustechnik bis hin zu Klein- und Restmaterial, wie Fliesen, Dachziegel. Die Palette ist dabei „nach oben offen“. Die Bauteile werden entweder von uns selbst geborgen, sind Spenden oder kostenlose Bereitstellung oder können in Kommission vertrieben werden. Genutzt wird dabei auch das Internet mit einer gemeinsamen Börse des Bauteilnetzes.


Ausgangspunkt für die Projektidee waren Veröffentlichungen der BAG Arbeit über das in den letzten Jahren aufgebaute Bauteilnetz - www.bauteilnetz.de - und die Beispielfunktion der Bauteilbörse Bremen. Im Prinzip geht es darum, durch die Wieder- und Weiterverwendung von gebrauchten Bauteilen und die Nutzung von Restmaterial unterschiedlichen Ursprungs günstigere Energiebilanzen zu schaffen, Abfall zu verringern und so insgesamt die Kohlendioxydbelastung zu reduzieren. Das Projekt zielt dabei auch auf eine Marktlücke, die zwischen den historischen Bauteilen (bis in die 40er Jahre) und Neuangeboten besteht. Dieser Markt ist z. B. in der Schweiz und in den Niederlanden sehr gut erschlossen und sogar durch gesetzliche Auflagen an Bauherren reguliert. Parallel dazu gibt es auch intensive Aktivitäten, um bereits im Planungsbereich bei Architekten und Bauplanern dieses Denken zu implementieren. Für uns steht auch die Aufgabe, neue Beschäftigungsfelder zu entwickeln und auch über ein Weiterbildungsangebot als "Fachhelfer für Bauteilaufbereitung" (Arbeitstitel) nachzudenken. Ab 2012 haben wir z. B. die Möglichkeit, vier Mitarbeiter/innen im Rahmen der Bürgerarbeit einen Arbeitsplatz anzubieten.

Da wir mit dem Möbellager über langjährige Erfahrungen und eine funktionierende Infrastruktur verfügten, lag der Gedanke nah, so ein Projekt ins Leben zu rufen und Schritt für Schritt - mit Unterstützung der Architektin Ute Dechantsreiter vom Bauteilnetz - für die Chance GmbH ein gängiges Modell aufzubauen.

Auf alle Fälle wurden kurzfristig am Gelände des Möbellagers erste Lagermöglichkeiten eingerichtet und mit der Sammlung von Bauteilen begonnen. Dazu gehörten auch Restmaterialien (z. B. Fliesen, Dachziegel, Glasscheiben o. ä.), die vom letzten Umbau noch in der Garage oder im Schuppen stehen. Mittelfristiges Ziel ist der Aufbau eines eigenen Objektes, welches neben den Lager- und Verkaufsmöglichkeiten auch über Einrichtungen der Bauteilaufbereitung verfügt.

Dazu wurde im Mai 2012 eine Halle in Gronau, Petersburg, angemietet. Diese wird mit einem dazugehörigen Freigelände hergerichtet, wird systematisch ausgebaut und vor allem als Lager genutzt.

Mit Wirkung vom Dezember 2013 konnte in einer Halle im Recyclinghof der Chance Gmbh am Füchtenfeld 12a in Gronau-Epe begonnen werden, den Hauptstandort der Bauteilbörse einzurichten. Hier ist es möglich, die technische und organisatorische Basis des Recyclinghofes zu nutzen und mit den Aufgaben der Bauteilbörse zu erweitern. Zielstellung war der Aufbau eines kundenfreundlichen Bauteilmarktes, in dem ausgewählte Bauteile angeboten werden und übersichtliche Dokumentationen den KundInnen ermöglichen, das volle Sortiment einzusehen. Dazu dient auch der Bauteilkatalog - siehe entsprechender Button -, der eine Übersicht über die gesammelten Bauteile in Gronau und in den anderen Bauteilbörsen im Bauteilnetz  bietet. Dazu wurde eine Inventur durchgeführt, um mit dem Umbau der Lagerwirtschaft auch das Angebot zu überarbeiten. Im März 2014 wurde der Bauteilmarkt am Füchtenfeld seiner Bestimmung übergeben. Damit ist die Bauteilbörse der Chance offiziell eröffnet.

Ende 2013 gab es auch Überlegungen neue Arbeitsfelder im Bereich der Bauteil- und Baustoffaufbereitung zu erschließen. Dies wurde 2014 schrittweise umgesetzt. So werden z. B. Bauteile, wie Fenster, die nicht mehr einer Wieder- und Weiterverwendung zugeführt werden können, aufbereitet. Die einzelnen Bestandteile, Beschläge, Metalle und Plaste werden für ein Recycling vorbereitet.

Sehr gut entwickelt hat sich die Zusammenarbeit mit den Bereichen der Bauverwaltung der Stadt Gronau. Vor allem beim Umbau der Schulen im Sommer konnten wertvolle Bauteile gewonnen werden. Diese Baudienstleistungen wurden sehr gut eingeschätzt. Speziell bei der Spinnerei Deutschland gab es durch eine entsprechende Ausschreibung eine ausgezeichnetet Zusammenarbeit mit dem Abrissunternehmen zur Bergung wertvoller Bauteile aus der Gronauer Industriearchitektur.

Wichtig ist in allen drei Bereichen der Bauteilbörse insgesamt die Kooperation mit der Stadtverwaltung Gronau und Unternehmen aus der Region. Mit Stand 2015 hat sich diese Struktur der Bauteilbörse herausgebildet:

Die bisherigen Erfahrungen anderer Börsen gehen von einem Einzugsgebiet von ca. 500 000 Einwohnern aus. In den bisherigen Beratungen wurde für uns als ein wichtiger Vorteil die Grenznähe zu den Niederlanden herausgearbeitet.

An der Projektentwicklung wird gemeinsam mit den Partnern im Bauteilnetz Deutschland ständig zu arbeiten sein. Die Interessengemeinschaft der Bauteilbörsen in dem 2010 gegründeten Bundesverband bauteilnetz Deutschland e. V.  ist eine gute Basis für den ständigen Erfahrungsaustausch.

Durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird das Projekt bauteilnetz Deutschland aktiv unterstützt. Auch in der Bauteilbörse Gronau sind dabei Aufgaben bei der Dokumentation von Rückbaustellen, in der Erstellung eines Qualifizierungsprogramms zum Fachhelfer für Bauteilwieder- und -weiterverwendung und bei der Planung und Errichtung eines "Kleinen Bauwerks" aus gebrauchten Bauteilen zu bearbeiten.

Die Arbeiten wurden Mitte des Jahres 2015 abgeschlossen. An der Abschlussdokumentation wird gearbeitet.

Aktuelle Informationen zum Thema Bauteilwiederverwendung werden auch auf der

facebook-Seite der Bauteilbörse

veröffentlicht.

Fragen zur Projektentwicklung bitte an Frank Michael Männicke

- Telefon 0152 537 52 117

- Mail an projekt@bauteilboerse-gronau.de


Siehe auch - Aktuelles - Neue Projektförderung durch die DBU